Der große Knall steht noch bevor. "Unsere Kinder werden uns dies für unser ganzes Leben vorwerfen und spätere
Generationen werden mit dem Finger auf unsere heutige Unverantwortlichkeit zeigen."
Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf einen Briefverkehr eines Anleihenhändlers mit
dem --->Heibel-Ticker
Ich bin seit 25 Jahren beruflich in der Wertpapierbranche - seit 12 Jahren selbständiger Wertpapiermakler im
Schwerpunkt Rentenhandel - aber durchaus sehr gut, beruflich bedingt, mit Politik und Wirtschaft vertraut.
Aktienhandel incl. - insofern denke ich weiß ich auch, über was ich schreibe.
Jetzt werde ich Ihnen mal ein Interna nennen: Früher haben alle Lebensversicherungen auf 30 Jahre SSD gekauft
(Schuldscheindarlehen von Unternehmen, also direkte Kredite von bestimmten Unternehmen). Plain Vanilla Scheine ("reine Vanille",
also Schuldscheine ohne irgendwelche Sonderregelungen oder Strukturen, damit sie mit entsprechenden Scheinen
anderer Unternehmen vergleichbar sind) - mit nicht sehr viel Rendite, aber recht sicher.
Seit 5-6 Jahren lief mein Geschäft immer schlechter, da diese Versicherungen nur noch Strukturen von Mathematikern
in den Banken über London gekauft haben. Reine Wetten. Tritt dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% ein,
dann rechnet man das für jedes Jahr auf 30 Jahre hoch. Wieviel "?" bleiben da? Hunderte ob das so aufgeht.
Aber es wurde gemacht. Fast alle Lebensversicherungen haben nur noch langlaufende Wetten in Ihren Beständen.
Und diese Wetten sind heute nichts mehr wert. Wollen Sie die gesamte Versicherungsbranche auch in eine
Bad-Versicherung stecken? Das ist ein Fass ohne Boden. Fangen Sie mit den Banken an und dann wird die Branche
der Versicherung, die aktuell sehr bemüht sind diese Details nicht zu offenbaren, freiwillig an die Öffentlichkeit
gehen um diese Hilfe zu erhalten. Mein Rat an Sie - meiden Sie Lebensversicherungen wie der Teufel das Weihwasser.
Verfluchen Sie nicht den einzelnen Banker - der hat nur seinen Job gemacht - er wurde zum Verkauf gedrängt von oben.
Verfluchen Sie lieber die ganzen Mathematiker, die von den Vorständen eingekauft wurden, um das große Geld zu
machen. Denn diese Konstrukte sind heute keinen Cent mehr wert. Das große Heulen und Jammern wird erst noch
richtig kommen. Die Bad Bank aber ist der Schlechteste aller Wege.
Als Rentenmakler vermittle ich festverzinsliche Wertpapiere zwischen Banken im Depot A Bereich (Hauptkonten der
Kunden) und auch zwischen Banken und Versicherungen. Eigentlich sollte man denken die Banken hätten selber
genügend qualifizierte Leute für diesen Job. Aber leider stellen die Banken Wertpapierberater oder
besser "Wertpapierverkäufer" nur für den Kundenbereich ein. Die eigenen Anlagen der Banken werden erst seit
kurzer Zeit von den WP-Handelsabteilungen mit bearbeitet. Bei einigen Banken macht das noch heute der Vorstand
oder die Leitung der Abteilung Rechnungswesen. Beide haben von Wertpapieren nur Grundahnungen und so kaufen die
das, was ihnen vom Verband empfohlen wird - oder von Maklern wie mir.
Und der Verband - DZ-Bank, WGZ etc. oder Landesbanken haben seit Jahren nur noch "Strukturen" mit großer
Gewinnmarge verkauft. Der Vorteil hier: Man konnte sich massiv seine Provision reinrechnen, keiner merkte es
und nach außen sah diese Anlage noch deutlich besser aus als vergleichbare festverzinsliche Wertpapiere.
Also hat jeder dieses Zeug verkauft.
Und das ganz Verrückte: Die allererste "Struktur" kam Ende1995/Anfang 1996 in Deutschland heraus. Die hatte ich
damals auch mit angeboten, weil ich dies selber noch nicht durchschaut hatte. Und genau in diesem Monat hatte
ich mein bestes Verkaufsergebnis aller Zeiten. Hunderte von Volksbanken und Sparkassen wollten über mich das
Ding kaufen. Habe das dann 1 Jahr mitgemacht und mir eine goldene Nase daran verdient - bis eine Bank mal so
eine Struktur bei mir verkaufen wollte.
Man konnte diese Anlage nicht mehr preisen - sprich bewerten. Unverkäuflich. Es wurden dann zwar Systeme
entwickelt, wo es möglich war einen Rückkaufpreis zu geben, dieser war aber mit riesigen Abschlägen verbunden.
Ein wirklich schlechtes Geschäft für jemand, der diese Struktur vorzeitig verkaufen wollte.
1997 war mir klar - wenn ich das weiter anbiete, dann werde ich all meine Kunden verlieren. Also ließ ich per
sofort die Finger davon. Ironie der Geschichte: Ich verlor trotzdem fast alle meine Kunden. Begründung: Alle(!)
Banken wollten danach nur noch dieses Zeug kaufen. Die waren süchtig danach! Und ich hatte plötzlich sehr
schwere Jahre.
Gottlob liefen die Strukturen, die ich früher verkaufte meist nur 5 Jahre, so dass ich mir nie vorwerfen muss,
dass ich das ganze Desaster mit zu verantworten habe. Es ist wie bei einem Schneeballsystem. Die Ersten gewinnen,
die Letzten werden gebissen und bleiben auf der Strecke. Hätte ich weitergemacht, hätte ich noch sehr viele
ertragreiche Jahre gesehen, könnte mich heute aber nicht mehr im Spiegel betrachten. Ohne mich loben zu wollen,
tauschte ich im Jahr 2001 bereits meine gesamte (!) Altersversicherung in Goldmünzen - meine Frau hält mich heute
noch dafür für absolut verrückt!
Zum Thema Versicherungen: Anfang 2000 fingen die Lebensversicherungen an - auch da waren viele früher meine
Kunden - z.B. auch die Debeka LV oder Allianz LV auf 30-jährige Strukturen umzusteigen. Auch diese Kunden
verlor ich. 2006 rief ich nochmals bei einigen dieser Versicherungen an - die einheitliche Aussage
war (ContiVers. zumindest bei mir mal ausgenommen): "Nur 30jährige Strukturen, am besten mit einem
ausländischen - spanischen oder britischen oder italienischen Emittenten. Bringt die größten Profite.
Oder Strukturen von Sparkassen oder Volksbanken sind erwünscht."
Im Detail: Eine Sparkasse will sich Geld günstig besorgen. Die Landesbank geht an z.B. Goldman Sachs
in London, macht auf diesen Sparkassenschuldschein eine 30jährige Struktur mit vielen, sehr vielen
Derivaten darauf - sprich Wetten und saust dann zur Debeka LV und verkauft diese denen - konkurrenzlos
günstig im Gegensatz zu normalen SSD (Schuldscheindarlehen). Problem - das Ding besteht nur noch aus
Wetten und ist dann eben unverkäuflich.
Eine Versicherung aber hat das Problem normalerweise nicht, denn sie lässt ja einfach diese Modelle im
Bestand liegen. Auch müssen die nicht so wie die Banken mit täglichen Kursen bilanzieren. Eine Wette kann
man preisen, viele Wetten ist eine reine Stochastik-Rechnung - klappt nur, wenn man die Wahrscheinlichkeit
definieren kann. Das ist heute völlig ausgeschlossen. Durch Vertrauensverlust.
Und die Versicherungen waren völlig begeistert von diesem Dreck. Übel sieht es aus, wenn diese 30-jährigen
Anlagen in der Bilanz der Versicherung nicht mehr ausgewiesen werden können. Außer Strukturen wurden nur
noch Nachränge bei den Versicherungen gekauft. Also Papiere die bei Insolvenz ganz am Schluss bedient werden.
Was anderes wollten die nicht mehr.
Diese "Penner" entschuldigen Sie bitte, aber da fällt mir kein anderes Wort für ein, haben teilweise gar
nicht kapiert was sie da kauften und hielten sich für überschlau. Und ich musste mir anhören, dass an mir
die Zeichen der Zeit vorbeigeflogen sind. Sprich, ich bin überholt mit meinen Angeboten - viel zu konservativ -
so brauch ich nicht mehr zu kommen. Tolle Aussage an die Adresse eines Wertpapiermaklers!!
Anderes Beispiel: Heute erfuhr ich von einem Freund bei der SEB, dass die SEB-Bank weiterhin ihre
Wertpapierberater dazu anhält, diese Sachen (Strukturen) zu verkaufen. Nur, dass nun die meisten Kunden
etwas schlauer sind und dieses Zeug jetzt nicht mehr anpacken. Was macht die SEB-Zentrale? Sie gibt
Abmahnungen an ihre Mitarbeiter raus wegen schlechten Verkaufsergebnissen. Denn das wäre der Bereich,
wo die Bank Gewinne machen könne, wenn man ein guter Verkäufer wäre. Also sind es schlechte Verkäufer
und handeln nicht im Sinne der Bank! Stuttgart als Filiale wurde gerade aufgelöst von denen - die wollen
noch rausholen, was irgend möglich ist.
Und nun denken Sie, dass eine Lösung gefunden werden muss in Richtung Bad Bank und dass danach so etwas
nicht mehr passiert. Oder passieren darf. Es wird immer (!) das verkauft werden, was die höchsten Profite
abwirft. Und das ist meist die schlechteste Alternative für den Kunden.
Sprich es geht dann alles so weiter wie vorher. Lösungsmöglichkeit von mir: Lasst uns den Karren ganz
sauber bereinigen - es wird viel Wehgeschrei kommen, viele werden viel verlieren, vielleicht gehen die
Leute auf die Straße, es wird uns gemessen an heute nicht gut gehen - aber dann kann zumindest ein
Neuanfang passieren (nur dann) - mit einer dann wieder goldgedeckten Währung. Machen wir nichts in
der Richtung wird es irgendwann sogar Kriege geben - und das halte ich für wesentlich schlimmer. Und
unsere Kinder werden uns dies für unser ganzes Leben vorwerfen und spätere Generationen werden mit dem
Finger auf unsere heutige Unverantwortlichkeit zeigen.
Wollen wir das? Für etwas anderes ist es zu spät, denn dieses kaputte Finanzsystem ist definitiv erledigt!
Es kann nur noch verzögert werden. Nur wie lange?
Nachdem ich vermutlich mit dem Goldkauf wesentlich früher dran war wie Sie - kaufen Sie weiter was
das Zeug hält - und meiden Sie die angeblich so tollen Gold-ETFs. Bei einer richtigen Krise sind die
rein gar nichts wert. Auch wenn es anders hingestellt wird. Denn es ist trotz allem Papier. Aber ich
brauche über solche Punkte bei Freunden nicht zu sprechen: Es will keiner hören.
Die Aussage meiner Freunde oder auch von meiner Frau geschweige denn der einfachen Menschen auf der Straße:
"Es wird alles gut werden, es wurde immer alles gut und man vermiest sich mit solch dunklen Gedanken nur
sein Leben." Lebensversicherungen verkaufen, so wie ich es empfehle und lange schon empfahl?
Öfters habe ich das angesprochen - die halten mich alle für gaga. Also bin ich ruhig geworden - vom Mahner
zum Schweiger. Nur zu meiner Entlastung: Ich bin kein Untergangsprophet - es wird langfristig immer eine
Lösung geben. Aber die wird verdammt schmerzhaft für uns alle.
Ein Währungsschnitt oder eine komplett neue Währung bei den Amerikanern - das halte ich für keine Spekulation -
es wird so kommen. Es gibt ja Spekulationen über den AMERO - diese hielt ich anfangs für unrealistisch
- mittlerweile rechne ich fest damit. Denn die USA scheinen ihre Währung absichtlich in den Abgrund zu
fahren. Da deutet einiges darauf hin. Wenn das aber gewollt ist, dann haben einige der ganz reichen Elite
schon jetzt auf diese Zeit spekuliert.
Bei Endkunden - die Kunden die solche Bonds oder Knock-Out etc. bei Banken kaufen, werden sie
"strukturierte Produkte" genannt. Im Wertpapierhandel spricht man meist nur von "Strukturen", da diese
"gebastelt" werden, je für die Bedürfnisse, was gefordert wird. Sprich: "Ich suche eine Struktur mit
verschiedenen Call-Möglichkeiten" Das war so ein geflügelter Satz!
Das passiert im Normalfall erst ab 10 Mio Euro aufwärts. Unter 5 Mio lief eigentlich gar nichts. Ab 10 Mio
waren teilweise ein paar Sonderwünsche mit eingerechnet. Hoher Kupon auf die ersten 2-3 Jahre, damit das
Grundergebnis der Versicherung vorerst besser aussieht und weniger Rendite dann nach hinten raus.
WKNs wurden bei solchen Produkten meistens nicht vergeben. Das hatte den Grund, dass die Versicherungen
meist Namenspapiere wollten. Und es war billiger ohne WKN und Börsenzulassung - und auch weniger Aufsicht.
Für Banken dagegen wurden manchmal IHS gestrickt von solchen Emittenten wie Lehman oder Goldman oder JP Morgan,
fast immer über London. Dort konnte auf Wunsch eine WKN angelegt werden, war aber meist auch nicht üblich.
Habe hier mal 2 recht typische Strukturen mit WKN: ABN1WQ oder A0TUQG. Müssen Sie sich mal im Detail ansehen.
Und auf die Handelbarkeit achten.
Wesentlich häufiger aber waren eben Namenspapiere mit Strukturen: Ein konkretes Beispiel: Noch 2006 herausgegeben
an eine Versicherung - heute völlig unverkäuflich: 2 Jahre Verzinsung zu 4% bis zum 25.05.2008 danach
Faktor 5,4 mal (30-Jahre Swap minus 2-Jahre Swap) mindestens 0% max. 7%. Laufzeit bis 25.5.2020.
Bei einer inversen Zinsstruktur - so wie wir es jetzt einige Zeit hatten, fliegt Ihnen das Ding um die Ohren.
Also 0% Verzinsung. Gut werden Sie jetzt sagen, dann bleibt immer noch das eingesetzte Kapital. Nur da war sehr
oft Lehmann der Emittent. Also wertlos.
Selbst wenn es Goldman oder Merrill Lynch war, für Namenspapiere die ungedeckt sind, werden mittlerweile von
keiner Bank der Welt mehr Rücknahmekurse gestellt. Sprich: Die Versicherung hat bis zum 25.5.2020 einen 0%er
im Bestand zu wahrscheinlich 30-50 Mio Euro (das waren bei Versicherungen die Durchschnittsgrößen pro
Position(!!!)) und die Papiere sind bis dahin völlig unverkäuflich.
Und mit sehr viel Glück existiert dann noch eine Goldman und mit noch viel mehr Glück zahlt das Goldman
dann zumindest zum Nennwert zurück. Wobei eine übernehmende Bank für solche Forderungen im Normalfall
einen Ausschluss bei der Übernahme beantragt. Nur die gesicherten und gedeckten Papiere werden in so
einem Falle bedient. Feine Sache was?
Und damit sind unsere LV bis zur Halskrause voll. Sprich die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung ist gering,
der Zinszahlung fast ausgeschlossen und das Risiko auf lange Zeit nach hinten verlagert. Nur, dass die
Versicherungen gleichzeitig fällige LV ausbezahlen sollen.
Von was frage ich Sie nun? Da die LV zudem keine Renditen mehr bieten, werden kaum noch neue abgeschlossen.
Heißt kein frisches Geld. Das System funktioniert aber nur so, dass neues Geld her muss, um die Versicherungen
ausbezahlen zu können. Also muss die Versicherung an die Substanz gehen. Dort befinden sich aber eben
mittlerweile fast nur noch unverkäufliche Strukturen. Wird Ihnen das Problem bewußt? Es wird verkauft was
da ist.
Für Aktien bekommt man wenig, aber zumindest noch etwas - also werden die verkäuflichen Pfandbriefe/Namenspapiere
von Sparkassen oder Volksbanken oder Geschäftsbanken welche gedeckt sind zu Schleuderpreisen verkauft - sprich
wir bewegen uns auch von dieser Seite auf einen Rentenknall/crash zu, denn da gibt es noch einiges an Beständen
und die Versicherungen wollen ja nicht öffentlich auffliegen, denn sonst zieht jeder sein Geld von den
Versicherungen ab. Jeder der zumindest denken kann. Ein kaputter und trauriger Kreislauf.
Nein, habe kein Problem damit wenn Sie mich zitieren. Aber denken Sie immer an eines: Es wird so gut wie
keiner zugeben. Fragen Sie eine Versicherung - man wird Ihnen immer sagen, dass alles sicher ist. Das ist
die gesetzliche Voraussetzung - nur, dass keine Aufsichtsbehörde diese Papiere einschätzen, geschweige denn
bewerten kann - woher auch, hatten ja mit solchen Dingen nie zu tun!
Quelle: Das gibt´s doch nicht!